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Geboren und aufgewachsen in der südniedersächsischen
Provinz war der früheste Musikkontakt wahrscheinlich
der Blockflötenunterricht in der Grundschule, später
noch intensiviert durch den Fluch so manches musisch begabten
Menschen in den 80ern: Die Heimorgel. Legendär bis
heute jener Musikschulauftritt, bei dem ich "When the saints
go marching in" ohne Noten spielte. Habe ich beibehalten:
Ich kann heute noch keine Noten.
Das Trauma hätte eigentlich ausreichen können,
um endgültig Schluss mit jeder Form musikalischer
Kreativität zu machen, aber weit gefehlt. Nahm dann
im Alter von 16 Jahren aus einer Blues-Fantasterei das
Saxophon auf und lernte dies eher faul als fleissig über
zwei Jahre. In der Zwischenzeit wurde ich musikalisch erlöst.
Während der Rest meiner Clique selbstverständlich
Punk und Grunge und HipHop hörte, erfuhr ich die Erleuchtung
durch eine Folk-CD. Sowas wollte ich machen. Robert Johnson
und Muddy Waters. Und als der Onkel eines Schulfreundes
seine alte Plattensammlung wegen akuten Todesfalles - seines
eigenen - verschenkte (!), da geriet ich einen einen bombastischen
Kontakt mit uralten Folkways-Scheiben: Woody Guthrie, Pete
Seeger, Dylan, Folkrock-Bands wie Malicorne, Steeleye Span
undsoweiter.
Ich war verseucht. Umkehr unmöglich.
1994 Umzug nach Kassel, grau, hässlich, schmutzig,
inspirierend. Saxofonist in einer Metal-Jazz-Core-Band
namens "Abysmal" (Besetzung: Zwei Stromgitarren, Sax, Schlagzeug).
Konzerte werden von Augenzeugen als "beängstigend" beschrieben,
sehr zu unserem Vergnügen. Nebenbei Entdeckung neuer
Instrumente und Musikstile: Didgeridoo, Tin-Whistle, Maultrommel.
Auflösung von "Abysmal" irgendwann 1995. Zwischendurch
bei Ethno-Projekten mitgemacht. Dann Herbst 1995 Einstieg
bei einer kleinen Kasseler Folkpunkband namens "Stonehaven" als
Hilfsmusiker am Didgeridoo, später auch an diversen
Flöten und Blasinstrumenten.
Aus "Stonehaven" werden im Laufe des Jahres 1996 "Die
Schnitter". Spiele viele Konzerte als Gast mit, Mitwirkung
auf der ersten CD "Mähdrescher".
Irgendwann die Schnauze voll gehabt von Blasinstrumenten,
da ich da nicht so schön zu singen kann. Da ich Gitarre
doof fand, nahm ich ein Instrument, das genau so klein
und hibbelig erschien wie ich selbst: Die Mandoline!
1997 Ende der Zusammenarbeit mit den "Schnittern". In
der Folge einige Jobs als Studiomusiker und Didgeridoo-Spieler
(u.a. für Martin C. Herberg, "Sleeping Gods" etc.).
Ende 1998 Schnauze voll gehabt von der bandlosen Zeit
und Gründung von "Ankou". Seitdem die Treue gehalten,
ausser einigen Seitensprüngen für Studiojobs
und so.
Lebe im besten Teil Kassels, dem Vorderen Westen, mit
Frau und Hund und verdiene meine Brötchen als Sozialarbeiter.
Von Musik kann man ja nicht leben. |